Allerdings gibt es den linken mittleren Schneidezahn eigentlich gar nicht mehr, da der Patient ihn bei einem Unfall samt Wurzel verloren hat. Wie ist es aber dann zu diesem Foto gekommen?
Noch ist der Wunschtraum der Zahnmedizin, nämlich verloren gegangene oder kranke Zähne einfach nachwachsen zu lassen, leider nicht in Erfüllung gegangen. Aber mittlerweile ist es ohne weiteres möglich, solch eine Lücke im Gebiss mit einem Einzelzahnimplantat zu schließen.
Nach wie vor gibt es bei vielen Menschen immer noch das Vorurteil, dass die Verwendung von Implantaten etwas absolut seltenes ist und mehr im Bereich des Experimentes anzusiedeln sei. Man hat vielleicht irgendwann einmal von einem Implantat gehört, das der Körper nicht tolerierte und deshalb wieder abgestoßen wurde.
Dazu kann man nur eins sagen: Diese Dinge hat es gegeben aber sie gehören seit der Verwendung von Titan als Implantatmaterial längst der Vergangenheit an.
Jedes Jahr werden weltweit ca. 1,5 Mio. Zahnimplantate eingesetzt. Davon in Deutschland allein 200.000 und die Tendenz ist weiterhin steigend. In vielen experimentellen Studien konnte gezeigt werden, dass die Knochenzellen direkt auf die Implantatoberfläche wachsen und so ein hervorragender Verbund zwischen Knochen und Implantat entsteht.
Nichtsdestotrotz ist es wichtig, jede Situation gewissenhaft darauf zu prüfen, ob wirklich alle Kriterien für das Einsetzen eines Implantates gegeben sind.
Durch immer neue technische Systeme und Materialien wird die Palette geeigneter Implantatsituationen allerdings ständig erweitert. Selbst dort, wo ehemals der Einsatz von Implantaten durch zum Beispiel ein zu geringes Angebot an eigenem Knochen begrenzt war, kann durch neue Operationstechniken in den meisten Fällen ein Ausweg gefunden werden.
Und dennoch muss deutlich gesagt werden, dass die gute Mundhygiene für Implantatträger selbstverständlich sein sollte, denn auch ein Implantat kann durch Parodontose bedroht werden - sprich, es kann wie bei echten Zahnwurzeln zu Entzündungsprozessen zwischen Knochen und der (künstlichen) Zahnwurzel kommen, die dessen Festigkeit gefährden.